Trauerredner Trauerbegleitung Manfred Simon

Umgang mit Abschied, Tod, Verlust und Trauer mit Trauerbegleiter Manfred Simon

Trauerbewältigung - immer individuell

 

Sie sind wichtig. Ihre Erfahrung ist wichtig. Erklärungsmodelle sind nur ein unterstützendes Mittel unter vielen.

Eines vorweg: Die Beiträge zum Thema Trauerbewältigung beschreiben unterschiedliche Erkenntnisse. Sie stellen kein Programm dar, das Sie "abarbeiten" sollen, keine Vorschrift, keine Beurteilung - sondern reine Information rund um das Thema. Gerade das "Schritte- oder Phasenmodell" sagt es aus: Es ist ein Modell. Und Modelle helfen zwar bei der Erkenntnisfindung. Wie Ihre Trauerbewältigung in Ihrem individuellen Alltag, Ihrer Lebenswirklichkeit sich tatsächlich gestaltet, hat sein ganz eigenes Recht - und steht auf einem ganz anderen Blatt.

 

Trauer kann in unterschiedlichen Phasen ablaufen

Aus der Psychoanalyse (Bowlby, Murray-Parks) und Psychotherapie (Elisabeth Kübler-Ross u.a.) und der Theologie gibt es seit den 20ger und 70ger Jahren Modelle, nach denen Trauerarbeit in vier und mehr Phasen ablaufen kann. Verena Kast hat ihre eigene Forschung zum Sterbeprozess mit entsprechenden Erkenntnissen von z.B. Kübler-Ross in ihrem "Vier-Schritte-Modell" zusammengeführt. Yorick hat ein anderes Modell entwickelt. Diese Modelle sind grundsätzlich interessant, denn sie können im Einzelfall durchaus beruhigen, dass die eigene Reaktion absolut normal ist - und dass bestimmte Gefühle und Verhaltensweisen, so der Theologe Yorick Spiegel, im Zusammenhang mit Trauer eben auftreten können.

 

Die Forschung geht weiter, und neue Kenntnsse über die Trauerbewältigung brachte u.a. auch - den Trauerbegleiter hervor - und viel mehr Offenheit gegenüber dem Thema

Neueste Erkenntnisse in der Trauer- und Trauma-Forschung relativieren mittlerweile diese Modelle: Man durchläuft auch nicht linear diese Phasen, Trauer verläuft eher in Wellen, manchmal überspringt man Stufen, manchmal wiederholt man sie, es ist nicht festgelegt, wie lange die Phasen dauern sollten oder müssen, manche gehen ihren eigenen Weg oder erleben die Phasen gar nicht. Manche stoßen sich an dem Wort „Trauerarbeit“ und sprechen eher von "Beziehungsarbeit", dem Aufbau einer neuen Beziehung zum Verstorbenen, andere kritisieren den möglichen Druck, der aus der Kenntnis der Phasen entstehen könnte, manche könnten dann denken, sie müssten sie auch „abarbeiten“, damit sie "richtig" trauern. Andere sagen, dass sie gar nicht "loslassen" wollen - sie wollen vielmehr ihre Erinnerungen, die sie behalten wollen, neu interpretieren, definieren und einordnen.

 

Trauer ist individuell – und es gibt keine Pflichten

Sie sehen also, wenn man eines über Trauer sagen kann, dann dies, dass niemand Ihnen vorschreiben kann– oder sollte, wie Sie trauern sollten – oder dürfen. Es gibt hier kein allgemeingültiges  "Richtig" oder "Falsch".  Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre Gefühle erkennen, durchleben und zulassen. Beim Umgang mit den Gefühlen helfen Ihnen vielleicht Freunde, Familie, Nachbarn, Rituale oder Gebete. Vielleicht aber auch ein Trauerbegleiter oder Therapeut. In jedem Fall ist Trauer ganz persönlich und individuell. Trotzdem stelle ich Ihnen hier die verschiedenen Trauermodelle gerne vor, denn sie haben eines gemeinsam: Sie helfen einem durchaus, Gefühle und innere Reaktionen zu verstehen, die im Rahmen der Trauer auftreten können.

Weiter zu 3: Umgang mit Abschied, Tod, Verlust und Trauer: Die sogenannten "Vier Schritte der Trauerbewältigung"