Trauerredner Trauerbegleitung Manfred Simon

Trauer bewältigen - Umgang mit Abschied, Tod, Verlust und Trauer mit Trauerbegleiter Manfred Simon

 

Aus der älteren Trauerforschung - Der Versuch, unseren Umgang mit Trauer in Phasen zu unterteilen und dadurch besser zu verstehen

Die Vier-Phasen-Modelle der Trauerbewältigung von Verena Kast und Yorick Spiegel

 

1. Phase

Kast: Leugnen, Nicht-wahr-haben-wollen
Sie dauert ein paar Stunden, Tage, selten länger. Nach dem ersten Schock der Nachricht, wird die Tatsache des Todes weit von sich geschoben. Eine Schutzreaktion. „Das kann doch nicht wahr sein, das glaube ich einfach nicht“. Schlaflosigkeit, Schwitzen, Herzrasen, Unruhe stellen sich u.U. ein.
Spiegel: die Schockphase: Jeder reagiert unterschiedlich: von Lähmung, Apathie bis zu „Weiterfunktionieren“ und – auch abhängig davon, ob man auf den Todesfall „vorbereitet“ war, oder wie man den Verstorbenen und den Todesfall bewertet. Aktionismus. Die Betroffenen erfahren nun am Anfang viel Betroffenheit – und auch viel Hilfe. Ein Trauerbegleiter, den man hier schon bei der Trauerfeier als Trauerredner kennengelernt hat, könnte hier schon Hilfe leisten.

 

2. Phase

Kast: Intensive Gefühle brechen hervor: Heftig können jetzt Trauer, Angst, Einsamkeit, auch der Schmerz über den Verlust, sogar Erleichterung (wenn der Verstorbene lange in Krankheit gelitten hat) auftreten. Auch schlechtes Gewissen stellt sich ein, wenn innerlich dem Verstorbenen Schuld und Vorwürfe gemacht werden oder man sich selbst Vorwürfe macht, etwas versäumt zu haben. Vorwürfe, Wut und Aggression gegen sich, Ärzte oder andere können sehr belastend sein und Hilfe erfordern.
Spiegel: „die kontrollierte Phase“: Betroffene, die „weiterfunktionieren“ und Ihre Emotionen kontrollieren, empfinden irgendwann ein Gefühl von Filmriss, Abstand und Leere, das dann umso mehr spürbar wird, wenn das aktive Beerdigungs- und Handlungsgeschehen beendet ist, Verwandte und Freunde abreisen und der Alltag wieder Einzug hält. Spätestens hier wäre ein professioneller Trauerbegleiter - in unserem Falle - für den Raum München und Tegernsee - gut, weil

 

3. Phase

Kast: Suchen, Finden, Loslassen: Gemeinsame Erlebnisse, Dinge, Erinnerungen werden aktiv gesucht und reaktiviert. Im Idealfall harmonisieren sich die intensiven Gefühle in einem inneren Dialog, (auch mit dem Verstorbenen). Wut und Aggression können dabei u.U. heilsam sein, weil sie ein zu starres Abgleiten in die Trauer verhindern. Betroffene lernen, Erinnerung, Wirklichkeit und die Person des Verstorbenen „auseinander zu dividieren“ und Gedanke und Gefühle zu ordnen. Im Extremfall können sich Hinterbliebene jedoch an diesem Punkt in der Erinnerung „vergraben“ und „vergessen“, ihr eigenes Leben zu leben.
Spiegel: Die Phase der Regression: Betroffene empfinden den Alltag oft als unwirklich, sinnlos und anstrengend. Depression, Verzweiflung sowie eine schwere Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen können auftreten. Betroffene schwanken zwischen Wunsch nach und Ablehnung von der Hilfe von Freunden. Hier heißt es aufpassen – für Betroffene, Freunde wie Verwandte: Denn die Gefühle der Hilflosigkeit und Überforderung lassen manche nach Alkohol und Tabletten greifen, was die Trauer „ablenkt“, jedoch persönliche und soziale Probleme entstehen lässt. Bitte holen Sie sich, falls Sie in solch einer Phase steckenbleiben sollten, Hilfe. Das ist umso leichter, wenn es eine neutrale Person von außen ist, dem Sie sich zu nichts verpflichtet fühlen, der voller Anteilnahme - doch auch mit einem wohltuenden Abstand - mit Ihnen den Weg zurück ins Leben - ohne künstliche Hilfsmittel - geht, ein professioneller Trauerbegleiter, beispielsweise. Aber auch Ärzte, Therapeuten, unabhängige Gesprächsgruppen von Gemeinden oder Bürgerzentren und Selbsthilfegruppen können aus Einsamkeit und Sackgassen helfen.

 

4. Phase

Kast: Akzeptanz und Neuanfang: Im Idealfall ist hier der Verlust als Realität akzeptiert, ist der Verstorbene vielleicht sogar zu einer positiven innere „Begleitfigur“ geworden. Das Gefühl, den Verlust aktiv zu bewältigen, macht stark. Betroffene nehmen eiigene Aktivitäten wieder auf und freuen sich, dass sie– vielleicht sogar mit mehr Selbsterkenntnis aufgrund der verarbeiteten Gefühle – neue Beziehungen eingehen können und den Alltag mit neuem Mut schaffen.
Spiegel: Die Phase der Adaption: Der Verlust ist da, wird immer bleiben. Trotzdem finden Betroffene wieder ins Leben und in neue Beziehungen zurück. Phasen können zurückkehren, die Trauer zurückkehren, aber der Umgang damit ändert sich, wird immer leichter.

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