Trauerredner Trauerbegleitung Manfred Simon

Trauerredner FAQ - Manfred Simon

 

Herr Simon, Sie sind ein Trauerredner? Was bezeichnet man mit diesem Begriff eigentlich?

Trauerredner Manfred Simon: „Die Berufsbezeichnung „Trauerredner“ kann variieren. Er wird u.a. auch Grabredner, Bestattungsredner, weltlicher Redner genannt. Der Trauerredner gehört zu den sogenannten „freien Rednern“ und ist meistens freiberuflich tätig. Ein Trauerredner kann bei einer Bestattungsfeier der einzige Redner sein, ja die Feier sogar selbständig (mit)gestalten – oder er ist einer unter mehreren Rednern.“

 

Kommt ein Trauerredner nur zu nicht-religiösen Beerdigungen? Was macht dann der Pfarrer oder Priester?

Trauerredner Manfred Simon: „Es gibt viele, sehr persönliche Gründe, warum Angehörige und Freunde eines / einer Verstorbenen einen Trauerredner wünschen. Manchmal ist es auch explizit der Wunsch des / der Verstorbenen selber.
Ein Trauerredner wird gerne dann hinzugezogen, wenn man eine Feier ausrichten möchte, die frei gestaltbar ist, die nicht explizit einem bestimmten religiösen Ritus folgen soll und besonders auch den Wünschen und früheren Vorlieben des / der Verstorbenen entsprechen soll. Der Trauerredner kann sich dann ganz diesen Gestaltungswünschen und Inhalten widmen und sie gemeinsam mit den Angehörigen und Nachkommen erarbeiten und umsetzen.
Manchmal ziehen Freunde und Angehörige einen Trauerredner auch bei einer religiösen Abschiedsfeier hinzu – als Redner oder persönlichen Ansprechpartner zusätzlichen zu den Vertretern der einzelnen Religionen / Kirchen. Der Gestaltungsspielraum ist hier groß. Wichtig ist, alles in Ruhe vorher mit allen Beteiligten zu besprechen und abzustimmen.“

 

Wer wird Trauerredner?

Trauerredner Manfred Simon: „Trauerredner sein ist eine Berufung und erfordert hohes persönliches Engagement. Neben den unterschiedlichen Ausbildungen, Fort- und Weiterbildungen, die ein Trauerredner absolvieren sollte und die ihn oder sie für diese anspruchsvolle Aufgabe vorbereiten, gehören eine gereifte Persönlichkeit und viel Einfühlungsvermögen dazu. Viele verfügen auch über zusätzliche therapeutische Ausbildungen, so wie ich – ich arbeite auch als Heilpraktiker für Psychotherapie u.a. mit dem Thema „Angst“ und biete auch Paartherapien an. Ich damit vertraut, Menschen in Krisensituationen beizustehen."

 

Geht es bei einem Trauerredner nur um die Trauerfeier und das Halten einer Rede?

Trauerredner Manfred Simon: „Der Beruf des Trauerredners setzt viel eigene Lebenserfahrung und verarbeitete Prozesse voraus. Oft sind es Menschen, die andere Berufe erlernt haben, so wie ich – und nun die Tätigkeit als Trauerredner im Anschluss an diesen Beruf oder berufsbegleitend ausüben. Übrigens geht es bei unserer Tätigkeit nicht allein ums Reden – sondern vielmehr verstehe ich mich als ein Begleiter der Angehörigen und Freunde im Trauerprozess. Ich bin auch Trauerbegleiter."

 

Geht es bei Ihrer Arbeit als Trauerbegleiter immer um den Verlust von Angehörigen?

Trauerredner Manfred Simon: „Trauerprozesse gibt es sehr viele im Leben. Verlust und Abschied hat viele Gesichter. Schwer zu bewältigende Trauer kann auch durch Lebensumbrüche, Umzüge, Krankheiten oder Scheidungen hervorgerufen werden. Hier kann ein Trauerbegleiter helfen. Manchmal sogar besser als näherstehende Personen. Und manchmal ersetzt er auch nahestehende Personen. Viele Menschen leben sehr allein."

 

Seit wann gibt es Trauerredner?

Trauerredner Manfred Simon: „Immer wieder gab und gibt es im Verlauf der Geschichte den Bedarf, dass am Grab eines Angehörigen jemand spricht – auch jemand, der / die nicht offiziell und institutionell dazu bestimmt wurde. Aber sicher hat der Beruf des Trauerredners mit den Gedanken der Aufklärung richtig Fuß gefasst. Gerade auch bei konfessionsübergreifenden Partnerschaften und bei Menschen ohne Kirchenbindung ist ein Trauerredner ein empathischer und zugewandter Gesprächspartner, der ihnen hilft, die schwierige Zeit der Trauer zu bewältigen und zu überwinden. Spiritualität und Beziehungen sind etwas sehr Persönliches und verdienen ein kompetentes wertschätzendes Gegenüber.“

 

Herr Simon, warum sind Sie eigentlich Trauerredner geworden?

Trauerredner Manfred Simon: „Hätten Sie es gedacht? Viele Jahre war ich selbstständig als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater tätig. Dann erfüllte ich mir meinen langersehnten Wunsch und absolvierte die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Zahlreiche Weiterbildungen und viel Lebenserfahrung ermöglichen es mir, meinen Klienten ein umfassendes Therapieangebot bieten zu können – der Beruf des Trauerredners und Trauerbegeleiters hat sich ganz und gar organisch mitentwickelt. Er bereichert mich zutiefst und ich bin dankbar für all die wertvollen Erfahrungen, die ich in Begleitung meiner Klienten machen durfte – und darf.“